The Sioux

Die Bezeichnung “Sioux” ist eine von den Franzosen benutzte Kurzform für das Wort
„Nadouessioux“ (kleine Schlangen). Abgeleitet ist dieses französische Schimpfwort allerdings aus dem Algonkinwort „Nadowe-is-iw-ug“ und bedeutet – sie sind die geringeren Feinde -.

Die Anishinabe-Indianer benutzten daher das Wort “Sioux” für ihre Feinde. Die richtige Bezeichnung der “Sioux” ist Lakota, Nakota oder Dakota.
Sie gehören zu der nordamerikanischen Sprachgruppe. Die Bezeichnung “Dakota” diente als Namensgeber für die beiden US-Bundesstaaten “North Dakota” und “South Dakota”.
Die Sioux unterteilen sich in diese 3 Dialektgruppen, also eben Lakota, Nakota und Dakota (Verbündete, Freunde), (von Ost nach West).

Wer mehr über die Sprachfamilie der Sioux-Stämme wissen möchte, der kann dies hier bei Wikipedia nachlesen.

Um 1800 dominierten die Gruppen der Sioux fast ganz Nord- und Süd Dakota, Nord Nebraska, Ost Wyoming, südliches Montana, Nord Iowa, sowie den Westen von Minnesota.

Die Kultur und Lebensweise

Das Leben in den Plains-Ebenen, die sich von Norden bis nach Texas im Süden ausdehnen, war sehr hart, denn dort gibt es keine großen Gebirgsketten und man ist in den Großen Ebenen den Naturgewalten nahezu schutzlos ausgeliefert. Im Winter können die arktischen Stürme (Blizards), ohne jeden Widerstand über das Land wüten und innerhalb von einer Stunde in eine Schneewüste verwandeln. Temperaturen von über minus 30 Grad sind hier keine Seltenheit und in den Sommermonaten wird dieses Gebiet regelmäßig von einer gnadenlosen Hitze heimgesucht, begleitet von Sandstürmen, schweren Gewittern und sogar Tornados.
Das Stammesgebiet der Lakota erstreckte sich einst durch das Gebiet im Norden, den Heart River (ein linker Nebenfluß des Missouri), im Süden durch den Platte River (ebenfalls ein linker Nebenfluß des Missouri), im Westen durch die Big Horn Mountains und im Osten durch den Missouri.

 


Die Lakota waren typische Vertreter der Plains-Kultur. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten sie in großen kreisförmigen Lagern aus Tipis, die aus Bisonhäuten hergestellt waren. (Bild rechts zeigt einen Amerikanischen Bison).

Sie führten ein Nomadenleben und transportierten ihre gesamte Habe auf sogenannten Travois, die von Pferden gezogenen wurden. Ihr Lebensunterhalt war vollständig vom Bison abhängig. Das Fleisch, die Innereien und das Knochenmark der Tiere war das Hauptnahrungsmittel. Die Haut wurde zur z.B. zur Herstellung von Kleidung, Schuhwerk und dem Tipi verarbeitet. Die unzerreißbaren Sehnen verwendete man als Nähfaden, oder Bogen-Sehnen. Die Hörner der Bisons wurden zu Schmuck verarbeitet. Selbst der getrocknete Bisonmist diente in den baumlosen Ebenen als Brennmaterial und wurde sorgsam gesammelt. Bekleidet waren die Lakota-Männer im Sommer mit ledernem Lendenschurz und Mokassins und im Winter mit Lederhemd, sogenannten Leggins und Bisonfällen als Schutz vor der Kälte. Die Frauen trugen ein Lederkleid, Mokkassins und ebenfalls auch Leggins. Büffelkälber lieferten die Kleidung für Kinder. Das Bearbeiten der Büffelhäute zur Herstellung der Kleidung und Tipis wurde von den Frauen getan und es war eine schwere Arbeit, die oftmals über Wochen dauerte. Da diese Arbeit für eine Frau zu viel war, lud sie meistens noch andere Frauen des Stammes dazu ein.

Die Sioux waren ausgesprochene Jäger und Sammler, aber niemals Ackerbauern. Das Wohl des Volkes war abhängig von den Fähigkeiten der Jäger. Eine Tierhaltung kannten die Sioux ebenso wenig. Über das Stammesgebiet der Sioux zogen große Bisonherden, in Rudeln oder auch vereinzelt Antilopen, Grauwölfe und Kojoten. Die Flüsse durchzogen das Land mäanderartig und waren meist tief. In den Niederungen wuchsen Pappeln und Eschenahorn, die Hügel wurden von Kiefernbestand gesäumt. Dies war das Land für eine Vielfalt weitere Tiere wie Wapiti, Rotwild, Stachelschwein, Biber, Ente …

Trotz der großen Mengen an Tieren war das Jagen eine anstrengenden Arbeit und kein Vergnügen, auch kein Zeitvertreib, sondern eine existenzielle Beschäftigung. Gute Jäger führten ein gutes Leben, schlechte lebten in Armut und wurden verspottet.

Die Sioux einst Jäger des Waldlandes anerkannten schnell die Bedeutung des Bisons für ihre Wirtschaft und machten sich diesen Reichtum zunutze. Sie lebten ein üppiges leben, merkten aber, dass der Bison sie nicht allein ernähren konnte. Rotwild zogen sie gegenüber dem Bisonfleisch als Nahrung vor, zudem lieferte es Hirschleder für die Kleidung.

Als Jäger verwendeten die Sioux auch in ihrer jetzigen Heimat Methoden aus dem Waldland. Ihre Siedlungen legten sie nahe dem Wasser an, ebenso in Wäldern. Ungeschützte Hochebenen suchten sie nur für ihre zeremoniellen Versammlungen im Sommer auf. Für ihr Produktionssystem für Kleidung, Geräte, Waffen und zum Teil für ihre Behausungen waren sie auf die waldähnliche Umgebung angewiesen.

Die Sioux und auch jedes andere Jägervolk der Plains hätte nicht ohne Bisons und das Pferd überlebt. Fast genauso wichtig für das Überleben war die Beibehaltung ihrer vom Waldland geprägten Lebensweise.

Im Spätherbst löste sich das zeremonielle Lager auf und die verschiedenen Gruppen teilten sich zu Tates – Familiengruppen, um die Wintervorräte zusammenzutragen. Jede Familie blieb für sich bis sich der Stamm zu Winteranfang an einem vorher festgelegten Platz wieder zusammenfand. Die Männer jagten nun zu zweit, oder in einer kleinen Familiengruppe. Zusammenarbeit war vorteilhaft, denn so konnte man Tiere von der Herde abdrängen. Die Jäger mussten die Gewohnheiten der einzelnen Tierarten ganz genau kennen, um Erfolg bei der Jagd zu haben, wenn sie alleine unterwegs waren.

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